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Umwelttipp vom Grünen Gockel 2021-02

Versteckte Gifte unseres Alltags (Teil 2)

Was haben wir alle mit einem Pizzakarton und einem Pinguin gemeinsam? Die Antwort ist: PFC.Strukturformel 1H-Benzotriazol

PFC steht für die Stoffgruppe der per- und polyfluorierten Chemikalien. PFC sind nicht natürlichen Ursprungs, sondern verdanken ihre Existenz allein dem menschlichen Erfindergeist.
PFCs zeichnen sich durch wunderbare Eigenschaften aus, sind sie doch gleichzeitig wasser-, schmutz-, und fettabweisend. Kein Wunder also, das sie seit den 70er-Jahren vielfältige Verwendung in der Industrie finden und Eingang in zahlreiche Produkte unseres Alltags gefunden haben (Sport-, Outdoor- und Arbeitskleidung, Heimtextilen wie Vorhänge und Teppiche, Lebensmittelverpackungen wie Pappbecher und Pizzakartons, antihaftbeschichtete Töpfe und Pfannen, Feuerlöschschäume, Wachse, Schmiermittel, Pestizide, Wetterschutzfarben und -lacke sowie Imprägniersprays). Alle Produkte mit besonderen Imprägnierungs-, Antihaft- oder Schmutzabweisungseigenschaften sind PFC-verdächtig.

Neben den hervorragenden Gebrauchseigenschaften haben die PFC leider auch eine äußerst besorgniserregende Seite. Sind sie einmal da, werden wir sie kaum noch los.
So gilt ein Vertreter, die Perfluoroktansäure als „Ewigkeitschemikalie“, da sie überhaupt nicht biologisch abbaubar ist. Und zu allem Übel sind viele der PFCs auch noch giftig, chronisch gesundheitsschädlich und reichern sich in unserem Körper an.

In die Umwelt können PFC bereits beim chemischen Herstellungsprozess und bei der Produktion der PFC-veredelten Gebrauchsgegenstände gelangen. Und beim Benutzen und Entsorgen dieser Produkte geht es dann immer weiter mit der Freisetzung, z.B. beim Waschen der PFC-beschichteten Outdoor-Regenjacke.
So gelangen PFCs ins Abwasser und von dort in die Flüsse und Meere. PFCs lassen sich weltweit in der Umwelt nachweisen. Kein Winkel, in dem sie nicht aufzuspüren sind, selbst in den Tiefen der Ozeane, im Grundwasser, in unserem Blut und sogar in Pinguinen.

Dieser Prozess muss gestoppt werden. Und deshalb lautet unser neuer Umwelttipp: Verändern wir unser Kaufverhalten, um so Einfluss auf die industrielle Produktion zu nehmen:

  • Wir fragen nach beim Kauf von Regen- und Outdoorkleidung, ob diese PFC-frei sind.
  • Wir verzichten auf Lebensmittel in Verpackungen aus Pappe, denn die Papierbeschichtungen enthalten häufig PFCs.
  • Wir suchen nach PFC-freien Imprägniersprays, um unsere Schuhe und Textilien wasserfest zu machen.

Wer mehr über PFCs wissen will, dem sei die Internetseite des Umweltbundesamtes ans Herz gelegt:
https://www.umweltbundesamt.de/themen/chemikalien/chemikalien-reach/stoffgruppen/per-polyfluorierte-chemikalien-pfc

GG_Aktiver_Umweltschutz

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