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Umwelttipp vom Grünen Gockel 2020 - 2

Rettet den Vorgarten!

Logo GG rechtsOb vor oder hinter dem Haus: In Deutschlands Gärten machen sich die Steine breit. Immer mehr Hausbesitzer und Hausbesitzerinnen entscheiden sich dafür, den Vorgarten mit Unmengen von Kies und Schotter zuschütten zu lassen.
SteingartenDie Gründe dafür sind sehr unterschiedlich: Einige erhoffen sich einen pflegeleichten Garten, einigen gefällt die reduzierte Erscheinung und Ästhetik, vielen fehlt einfach die Zeit oder eine Gestaltungsidee, in manchen Fällen sind die Menschen körperlich nicht mehr in der Lage, sich um einen Garten zu kümmern.
Was viele nicht wissen: Ein Kies- oder Schottergarten ist keineswegs besonders pflegeleicht. Auch ist ein solcher „Garten“ nicht kostengünstig oder langlebig. Biologisch gesehen sind viele dieser Gärten zudem tot, denn sie bieten den meisten Tieren und Pflanzen weder Nahrung noch Lebensraum.

 

Nachteile von Schottergärten:

  • Mit den Jahren immer höherer Arbeitsaufwand
    Steine und Pflasterflächen setzen Algen, Moose und Flechten an. Eine Reinigung ist sehr aufwendig. Unkrautfrei bleibt der Schottergarten nur für kurze Zeit. Bereits nach wenigen Jahren ist ein Jäten erforderlich, was wesentlich mühsamer als in einer dichten Bepflanzung ist. Herbstlaub muss mühsam beseitigt werden. Bei der Reinigung mit Hochdruckreiniger oder Laubbläser kommt es zu einem unnötigen Energie- und Wasseraufwand.
     
  • Hitze und Staub nehmen zu
    Pflanzen verdunsten Feuchtigkeit und kühlen die unmittelbare Umgebung ab. Steine können das nicht. Ohne schützende Bepflanzung oder Schatten spendende Bäume heizen sich Schottergärten in der Sonne viel stärker auf als naturnahe Gärten und strahlen die Wärme abends wieder ab. Die hohen Temperaturen braten den spärlichen Bewuchs im Kiesgarten förmlich – er vertrocknet irgendwann, da kann man noch so viel wässern. Dichtes Blattwerk von Bäumen und Sträuchern im Vorgarten filtert Staub aus der Luft. Schotter kann das nicht – dafür den Lärm vorbeifahrender Autos verstärken.
     
  • Ökologisch wertlos
    Viele Schottergärten sind nur spärlich oder gar nicht bepflanzt. Die Optik der Pflanzen steht dabei im Vordergrund. Doch Bambus, Rhododendren oder einzelne Töpfe mit Buxbaum bieten Insekten und Vögeln wenig bis keine Nahrung. Kleinsäuger finden hier keinen Unterschlupf. Auch Reptilien, die Wärme eigentlich lieben, fühlen sich auf diesen monotonen Flächen nicht wohl.
     
  • Bodenzerstörung und Starkregen
    Regnet es einmal stark, steht das Wasser im Schotterbeet, weil es durch den verdichteten Boden nicht abfließen kann. Dieses Wasser landet nun in Kellern, der übervollen Kanalisation und am Ende vollkommen verdreckt in Flüssen und Bächen, statt gefiltert im Grundwasser.

In der neuesten Änderung des Natur– und Landschaftsgesetzes Baden-Württemberg werden deshalb Schottergärten nun explizit verboten, bereits bestehende Schottergärten müssen unter Umständen beseitigt werden!

 

Was kann ich tun?

Einen Garten ganz ohne Arbeit wird es nicht geben, aber natürlich gibt es pflegeleichtere und -intensivere Gärten. Mit Gräsern, Bodendeckern, Gehölzen und Stauden etwa lassen sich ökologisch wertvolle Naturparadiese schaffen, die trotzdem sehr wenig Pflegeaufwand erfordern.

Wer in seinem Reich einen kleinen Beitrag für die Natur leisten will, findet im Internet viele Anregungen für einen pflegeleichten Garten, z. B.:

Der sich selbst erhaltende Garten wird auf absehbare Zeit eine Illusion bleiben. Mit ein wenig planerischem Geschick aber gestalten Sie ein blühendes Paradies, das einfach zu pflegen ist. Das Erfolgsgeheimnis liegt in der richtigen Mischung aus anspruchslosen Pflanzen, pflegeleichten Gestaltungselementen und einer guten Portion Gelassenheit.

Vorgarten

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