Herzlich willkommen
Schwerpunkt verlagert!

"Was macht ihr jetzt eigentlich?" wurden und werden wir in den Tagen der Corona- Pandemie oft gefragt. Unsere Kinder schreiben oder malen Briefe und fragen nach. Ein lautes Rufen am Kindergartenzaun - plötzlich steht da eine Kindergartenfamilie und freut sich: "Ihr seid ja da! Was macht ihr denn?" Ja, wir sind da!

Selbstverständlich sind wir da. Wir leiden an einem stillen Kindergarten ohne Kinderlachen. Wir vermissen unsere Kinder und ihre Familien, aber wir sind da.

Der Schwerpunkt unserer Arbeit hat sich verlagert. Steht an "normalen" Tagen die praktische, pädagogische Arbeit eindeutig im Fokus unserer Profession, so schieben sich nun, nach Abbau von Überstunden und alten Urlaubstagen, Putz- und Instandhaltungsarbeiten, andere wichtige Tätigkeiten in den Vordergrund.
Tätigkeiten, die von uns eingefordert werden von der Gesetzgebung, der Fachberatung und dem Träger, denen wir an "normalen" Tagen auch gerecht werden müssen, für die aber meist nur wenig Zeit eingeplant werden kann.
So kann man uns seit neuestem auch auf Facebook und Instagram folgen.
Wir aktualisieren die Konzeption. Dadurch stehen das Geschehen im Kindergarten, Strukturen und Rahmenbedingungen einmal mehr auf dem Prüfstand: "Was läuft gut? Wo gibt es Schwierigkeiten oder Unsicherheiten? Was hat sich im Laufe der Zeit verändert? Wie kamen diese Veränderungen zustande?
Alle diese reflexiven Auseinandersetzungen werden schriftlich festgehalten und fließen in die Konzeption ein.

Ein weiterer großer Themenschwerpunkt ist Qualitätsmanagement. Wir erstellen Standards, d.h. eine genaue schriftliche Beschreibung der unterschiedlichsten Abläufe in den verschiedensten Bereichen unseres Kindergartens und unserer pädagogischen Arbeit.
Selbstverständlich korrespondieren sie mit benannten Aspekten unserer Konzeption. Diese Standards werden schriftlich dokumentiert, abgelegt und wiederum auf den Prüfstand gestellt, indem sie mit dem Bundesrahmenhandbuch der evangelischen Diakonie "Evangelisches Gütesiegel BETA" abgeglichen werden.

Alle diese Prozesse finden in kleinen und großen Teambesprechungen, natürlich unter Einhaltung jeglicher Coronaauflagen, statt. Im HomeOffice als Videokonferenz, wie auch im Kindergarten vor Ort inklusive Abstandsregeln. Gerade in diesem Bereich wurde viel geschafft.

Viel Spaß in diesen Tagen macht das Zusammenstellen der Aktivitätsboxen für die Kinder, welche immer freitags ausgeteilt werden, erst zaghaft, doch dann immer mutiger wagen wir uns in digitales Neuland vor: das Drehen kleiner Videosequenzen, das Einlesen von Geschichten als Audiodateien und vor allem die Reaktionen unserer Kinder und ihrer Familien darauf. Sei es als Anrufe, kleine Videos oder leckerer Kuchen vor der Tür.
Danke, ihr seid unsere Lichtblicke, das hält uns am Laufen, das gibt Energie für die vielen, vielen Telefonate, die aufwändigen und manchmal etwas zermürbenden Verwaltungs- und Planungstätigkeiten, der scheinbar nicht enden wollende E-Mailverkehr.

Jetzt startet die Notbetreuung. Mehr und mehr füllt sich unser Kindergarten wieder mit Kinderlachen, und ja, wir sind da! Geborgen in Gottes Händen sind wir da! Erleichtert, dass die Pandemie zurück zu gehen scheint, froh, dass mehr und mehr Kinder wieder in den Kindergarten kommen können, hoffen und wünschen wir uns, dass sich der Schwerpunkt erneut verlagert und dass bald wieder alle: Kinder, Eltern und Erzieherinnen sagen können: "Wir sind da!"

B. Seeland

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